Gedanken zu Weihnachten

RonnyDee Blog Posts

Heute ist Weihnachten.
Das Fest der Liebe. Das Fest des Friedens.

Es ist jetzt 11:25 Uhr als ich diese Zeilen schreibe. Der Christbaum ist schon geschmückt und der Stress der letzten Tage lässt nach. Stress der eigentlich nichts mit Weihnachten zu tun hat. Stress der von uns selbst erfunden wurde und dem wir uns jedes Jahr aussetzen. Aufs Neue. Obwohl wir uns ebenfalls jedes Jahr vornehmen, dass wir es nächstes Weihnachten anders machen.

Nichts macht man anders.
Wir feiern ja auch ein Fest, dass nur noch wenige begreifen. Die Geburt Jesus. Der uns gezeigt hat, wie wir eigentlich leben sollen. Das Geschwätz, Vorurteile, Gier und Zorn uns nicht weiterbringen im Leben, sondern in die Verdammnis.

Und ob wir das nun glauben mögen oder nicht, so haben wir keine Angst vor der Verdammnis. Denn wir können sie nicht begreifen. Wir können sie uns nicht vorstellen. Und somit gibt es die Verdammnis für uns auch nicht. Eine lächerliche Warnung von jemanden, der zwar unseren Glauben und die unserer Kinder beeinflusst, aber in Punkto Fakten und Beweise einfach auf dünnem Eis steht.

Dabei sind wir schon lange in dieser Verdammnis angelangt.

Jesus aber ging an den Ölberg. 2 Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3 Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar 4 und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. 5 Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? (3. Mose 20.10) 6 Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf dass sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Johannes 8,1-11 ELB
Tag für Tag jammern wir über Dinge die uns fehlen, obwohl wir so viel besitzen. Wir ärgern uns über Menschen, obwohl wir schon gar nicht ohne Fehler sind („Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ (Johannes 8,1-11 ELB)). Wir essen uns Tag für Tag den Bauch bis zum Umfallen voll. Vor allem zu den Festtagen und blicken dann kopfschüttelnd auf die hungernden Kinder die in den Nachrichten oder Dokumentationen übertragen werden. Wir ärgern uns über Geschenke, weil sie nicht das sind, was wir wollten oder weil das Gegengeschenk einen viel größeren „Geld“wert hatte, anstatt uns zu freuen, dass wir jemanden etwas Gutes tun können ganz ohne die Erwartung der Gegenleistung.

Wenn das nicht die Verdammnis ist, was ist es dann?

Viele von uns warten auf ein Weihnachtswunder. Denn es hat sich herumgesprochen, dass zu Weihnachten eben Wunder passieren. Jesus hat nicht auf ein Weihnachtswunder gewartet. ER war das Wunder. Und er hat niemals behauptet, dass nicht jeder von uns auch ein Wunder sein kann. Wir alle, jeder Einzelne von uns, trägt dieses Wunder in sich. Wir haben nur so große Angst es weiterzugeben, weil wir glauben, dass wir dann kein Wunder mehr erhalten. Doch wie soll man ein Wunder erhalten, wenn niemand seines hergibt?

Heute ist das Fest der Liebe.
Neben mir, brennt eine Kerze.
Ich habe sie angezündet, weil ich viele (liebe) Seelen an diesen Tagen vermisse.

Und obwohl meine Verbindung zur katholischen Kirche nicht gerade die beste ist, so vermisse ich doch sehr diesen einen Menschen, dessen Geburt wir heute Feiern. Der bereits vor über 2000 Jahren gewusst hat, dass Zäune keine Lösung und Urteile über Menschen nur ein Spiegelbild unseres Selbst sind.

Zu Weihnachten bin ich stets sehr nachdenklich.
Durch dieses Nachdenken kehrt Ruhe bei mir ein. Und diese Ruhe ist zurzeit mehr als notwendig auf dieser Welt. Ich wünsche jedem seine Ruhe in den kommenden Tagen. Lasst euch nicht stressen von Familie oder Verwandten, seid froh dass ihr sie habt. Und ärgert euch nicht über Geschenke, sondern freut euch darüber, dass ihr etwas schenken durftet. Materielles kommt und geht… genießt einfach nur den damit verbundenen Moment.

Ich wünsche dir/euch somit von ganzen Herzen ein besinnliches Weihnachtsfest.

Dein/Euer
Ronny