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Die Kunst glücklich zu sein – RonnyDee´s Blog
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Die Kunst glücklich zu sein

Wann ist man eigentlich glücklich? Was definiert Glück?

Dies ist meine ganz eigene Geschichte zu meinem Glück. Vielleicht hilft sie dem einen oder anderen sich selbst zu hinterfragen, um so den ganz eigenen Weg zum persönlichen Glück zu finden. Auf jedem Fall wünsche ich jedem viel Kraft und vor allem Mut dazu.

[dropcap color=“434d23″]J[/dropcap]änner 2014, irgendwie ist plötzlich alles zu viel. Unzählige E-Mails warten im Posteingang auf eine Reaktion von mir. Verschieben, Löschen, Beantworten, Nachfragen. Manche E-Mails haben Anhänge mit noch mehr Seiten, Grafiken oder anderen E-Mails. Eine schier unglaubliche Flut an Informationen bricht plötzlich über mich herein. Dabei war es eigentlich ganz normal. Der Job wird ja schon länger gemacht und nach den Weihnachtsfeiertagen und Silvester ist es ganz und gar nicht unüblich, dass man zwei bis drei Tage etwas mehr Zeit in seinen Posteingang investieren muss.

Doch an diesem Tag ist es anders. Es ist ein beklemmendes Gefühl. So als ob jemand mit zwei Händen deinen Hals zudrückt. Meine Hände fangen an zu schwitzen und ich spüre wie mein Herz im Brustkorb seinen Weg nach außen sucht. Jede Sekunde ein Schlag. Ein Schlag und ein Ringen nach Luft. Aufstehen und raus aus dem Büro. Ein Tunnelblick begleitet mich bis zur Kaffeemaschine. Es gibt für mich plötzlich kein links oder rechts mehr. Alles ist zu viel. Die Gedanken kreisen um die Bewältigung der E-Mails, nicht um mein Wohlbefinden. Was zum Teufel geht da ab?

Ein Kaffee und Zigaretten. Pause von all dem. Wieder zu mir finden um es dann nochmal anzugehen.
Der Körper signalisierte ja schon seit Wochen, dass etwas nicht stimmt. Stets müde, Verdauungsstörungen, Probleme sich Dinge zu merken und irgendwie keine Kraft abzuschalten, geschweige denn wieder aufzutanken. Nach 10 Minuten ein neuer Anlauf. Eine E-Mail bearbeitet. So weit so gut. Die nächste E-Mail wartet. Durchlesen und antworten. Schon x-mal gemacht und es war nie ein Problem. Doch die Anfrage an mich verstehe ich nicht.

Nochmal lesen. Das selbe Ergebnis. Ich probiere es Satz für Satz, doch ich erkenne keinen Zusammenhang. Ein anderes Mail wird geöffnet, vielleicht geht das ja besser. Doch mein Kopf lässt nichts mehr rein. Er hat die Tür zugeknallt und so bleibt das auch. Ein Gefühl eines großen Verlusts keimt in mir auf. Angst und Nervosität überwältigen mich von einer Sekunde auf die andere.

Ich war gerade Pause.
Egal.
Nochmal raus an die Luft.

Die Kollegen meinen ich sehe ziemlich fertig aus. Danke, das hilft. Doch irgendwie bin ich mir sicher, dass jetzt gar nichts mehr hilft. Es ist so, als ob man nur noch anwesend ist und jeder Eindruck, jeder Satz, jeder Blick der auf dich trifft eine unglaubliche Angst und Verwundbarkeit auslöst. Emotionen überwältigen mich und zwingen mich in die Knie. Nur noch nach Hause. Ausruhen.

Doch die nächsten Tage sind nicht besser. Im Gegenteil. Der Körper will nur noch schlafen, kein Computer, kein Handy… nichts, nur schlafen und sich erholen.

[dropcap color=“434d23″]D[/dropcap]ie Diagnose war klar: Ausgebrannt. Die neue Trendkrankheit namens BurnOut ist diagnostiziert. Einst von mir so sehr belächelt und nun hat sie auch mich erwischt. Und sie hat gezeigt wer sie ist. Sie hat mir gezeigt, dass sie niemand ist der belächelt werden will.

Ihre größte Stärke?
Ich würde sagen sich wertlos zu fühlen. Alles was man je in seinem Leben erreicht hat, auf das man stolz war und zurückblicken konnte… von einem Moment auf den anderen stellte man all das, vor allem sich selbst, gänzlich in Frage. Wie einen alten, rostigen Nagel der in der Wand steckt, genauso wertlos und überflüssig fühlt man sich. Eine unglaubliche Leere ist tief im Inneren vorhanden. Und wenn man nicht weiß warum man hier ist… oder was man erreicht hat auf das man stolz sein kann… und was man noch erreichen will… was bleibt einem dann noch?

[dropcap color=“434d23″]D[/dropcap]ieser Weg war für mich lang und hart. Ohne meine Freundin, meine Familie und vor allem meinen Ärzten hätte ich das wohl nicht geschafft. Man lernt so viel in dieser Zeit, vor allem über sich selbst, über das was man im Leben tut und welche Priorität die Dinge haben sollten.

Man lernt dass jeder Tag ein letzter Tag sein könnte. Ein letzter an dem man gesund ist, ein letzter an dem man noch jene Menschen um sich hat die einem so viel bedeuten, ein letzter an dem man tun kann was man will und einem Spaß macht. Man lernt, dass man sich selbst treu sein muss, nicht sein eigenes Leben zu verraten um anderen zu gefallen und es jedem Recht zu machen. Man lernt dass sein Leben über allem steht. Über Beruf, Finanzen, Menschen die einen ärgern oder zur Verzweiflung bringen.

Heute bin ich froh über diese Erfahrung. Sie hat mir Kraft, viel Geld und vor allem viele Nerven gekostet. Doch diese Erfahrung hat meine Sichtweise verändert. Sie hat mich verändert. Und wenn ich seitdem in die Gesichter von so vielen Menschen blicke… Menschen die sich ärgern, unglücklich sind oder ihren Träumen nur in ihren Gedanken nachlaufen, so wünsche ich ihnen stets das Beste und hoffe dass sie diese Erkenntnis und Erfahrung nicht erst in ihrer letzten Stunde ihres Lebens machen.

Es gibt so viel zu entdecken und so unglaublich schöne Dinge auf dieser Welt. Tag für Tag. Niemand ist für deine Freude, dein Glück und dein Wohlbefinden verantwortlich. Es ist, was du daraus machst, was du als Glück betrachtest und welche Energie du aus alldem beziehst.

Glück ist… Leben.
Wenn du lebst, dann wirst du glücklich sein.
Ganz egal was andere behaupten.