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Meine Beweggründe zum Schreiben

Ich habe ja bereits schon einige Leserinnen und Leser auf meinem Blog willkommen heißen dürfen. Dabei wird dem Einen oder Anderen nicht entgangensein, dass viele meine Beiträge auf stets dieselben Botschaften bzw. Themen abzielen, nämlich sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Es hat viele Gründe, warum mir das so wichtig ist, bzw. auch weshalb ich darüber so gerne schreibe. Viele davon sind sehr privat und nicht wirklich für die Öffentlichkeit bestimmt. Gerne würde ich sie erzählen, aber es gibt zu viele Menschen deren Verständnis leider oft bei der eigenen Haustür aufhört. Somit möchte ich einen Grund offenbaren, der mir genauso wichtig ist, aber auch einigermaßen verdaulich ist.

[dropcap ]A[/dropcap]ls ich noch recht jung war (also so 10/12 Jahre alt), wohnte ich in einem Dorf in der Obersteiermark. Jeder kannte jeden, wie das halt so üblich ist in einem Dorf oder auf dem Lande. In meiner unmittelbaren Nachbarschaft gab es auch einen älteren Jungen, der ca. 17/18 Jahre alt war. Dieser Junge war in der ganzen Gemeinde bekannt und beliebt. Man konnte quasi alles von ihm haben und es gab meines Wissens keine Zeiten wo er nicht hilfsbereit und freundlich war.

Durch den Altersunterschied hatte er klarerweise andere Prioritäten als ich und somit kannte ich ihn nur durch zufälliges Grüßen wenn wir uns sahen oder vom Hören & Sagen. Wobei soviel gab es über ihn eh nicht zu reden, da er eben mit den Leuten und seiner Umwelt beschäftigt bzw. ausgelastet war. Im Nachhinein denke ich, er nutzte jeden Moment für seine Mitmenschen.

Solche Leute sind in der heutigen Zeit rar geworden. Solltest du so einen kennen, so schätze ihn und zeig ihm das auch, denn wer weiß wie lange er an deiner Seite ist.

Wie dem auch sei… eines Tages war er nicht mehr unter uns. Er hatte sich auf dem Elterngrundstück am Abend das Leben genommen. Erhängt auf einem Apfelbaum. Die Eltern haben ihn gefunden, weil er nicht am Abend ins Haus gekommen war.

Mich hat das damals sehr getroffen. Die Leute haben auch ihre extrem hohe Anteilnahme beim Begräbnis gezeigt, in dem meines Erachtens jeder aus dem Dorf gekommen ist, der irgendwie den Weg zur Kirche bewältigen konnte. Warum es allerdings passieren mußte, das wußte niemand. Nur er allein.

Und wenn man über so etwas nachdenkt, dann wird man feststellen, dass niemand von uns vor diesem Schritt gefeit ist. Es kann jeden treffen, wenn man mit Situationen konfrontiert wird, die man scheinbar nicht bewältigen kann. In denen man sich alleine und unverstanden fühlt. Es sind jene Situationen wo man bemerkt, dass man viele Bekannte aber wenig Freunde hat. Denn Freunde verurteilen einen nicht. Sie stehen in dieser Situation zu dir und nehmen es sich zur Aufgabe dieselbige mit dir durchzustehen. Von wie vielen Menschen die man tagtäglich trifft kann man das schon behaupten?

Wir sind immer auf der Suche nach diesen Leuten, die dir einfach nur zuhören. Die dir Ratschläge geben, und dich bei der Hand nehmen. Denen du etwas vertrauen kannst und du nicht nur weißt dass diese Menschen es für sich behalten, sondern du es fühlen kannst. Wir sind auf der Suche nach Menschen die uns begleiten und mit denen wir durchs Feuer gehen können.

Letztendlich möchten wir dafür aber kaum etwas tun… denn diese Erwartungen an diese Menschen können wir ja selbst oft nicht einhalten. Und somit laufen wir mit einer Maske herum, damit andere uns mögen, uns akzeptieren und uns auch vertrauen. Bis zu dem Zeitpunkt, wenn unsere Maske uns zu schwer wird. Und vor lauter Scham vor der wirklichen Person die dann zum Vorschein kommt, verstecken wir uns in unserem Schneckenhaus. Und der Andere akzeptiert es, weil er ebenfalls nicht damit umgehen kann…

Ist es nicht so?
Warum sonst haben wir soviel Neugier und gleichzeitig Abneigung vor behinderten Menschen? Oder vor andersgläubigen? Oder Menschen die nicht unsere Sprache sprechen oder unsere sexuelle Einstellung teilen? Oder einfach anders denken? Urteilen kostet weniger Energie, als sich mit Unbekannten auseinander zusetzen… wir hoffen nur jeden Tag, dass wir jemanden begegnen der “uns” akzeptiert. So wir wir sind.

Im Nachhinein betrachtet, denke ich dass dieser Junge auch gern anders gewesen wäre. Doch er konnte aus irgendeinem Grund nicht. Und als die Maske zu schwer wurde, hat er sich für einen Weg entschieden, über den viele den Kopf schütteln. Doch in Wahrheit sind es unsere Sichtweise und Vorurteile die andere Menschen dazu drängen.

Deshalb schreibe ich solche Beiträge… um irgendwie eine kleine Flamme bei meinen Leserinnen und Lesern zu entzünden. Und wenn es nur für Sekunden ist, so habe ich schon mehr erreicht, als wenn ich gar nichts tun würde.

Live your life – change your mind

photo credit: o.tacke via photopin cc

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RonnyDee
RonnyDee"Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du bekommen, was du immer bekommen hast"
Ich blogge hier über alle Themen mit denen ich in Berührung komme. Möchtest du wissen, warum ich so denke was ich schreibe, dann findest du unter "Über mich" mehr Informationen über mich und mein Leben
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