Top
Warum sich Firmen aus sozialen Netzwerken zurückziehen sollten – RonnyDee´s Blog
fade
5677
post-template-default,single,single-post,postid-5677,single-format-standard,eltd-core-1.1.1,flow child-child-ver-1.0.0,flow-ver-1.3.7,eltd-smooth-scroll,eltd-smooth-page-transitions,ajax,eltd-blog-installed,page-template-blog-standard,eltd-header-standard,eltd-fixed-on-scroll,eltd-default-mobile-header,eltd-sticky-up-mobile-header,eltd-dropdown-default,wpb-js-composer js-comp-ver-5.2.1,vc_responsive

Warum sich Firmen aus sozialen Netzwerken zurückziehen sollten

Soziale Netzwerke… unendliche Weiten.
Jeder kennt sie und jeder war mal oder ist noch bei einem dabei. mySpace, StudiVZ, Facebook und wie sie alle heißen.

Der Sinn von solchen sozialen Netzwerken war ursprünglich, dass man durch Bekanntgabe seiner Interessen auch entsprechende Informationen von Gleichgesinnten erhält. Sprich wenn man gerne kocht, so kann man mit anderen Usern in Gruppen oder auf Fanpages Rezepte austauschen und an Diskussionen teilnehmen, die konstruktiv und lehrreich waren. Die Betonung liegt allerdings auf „waren“. Denn seitdem so mancher User herausgefunden hat, dass seine Stimme plötzlich „zählt“, sind Firmen oft mit Anschuldigungen, Beschwerden oder ungerechtfertigter Kritik öffentlich ausgesetzt.

Da kann z.B. der kleine Max der zwar schon volljährig ist, aber sich trotzdem wie ein kleines Kind benimmt wenn er nicht das bekommt was er will, so eine gewaltige Stimme bekommen, dass sich andere User seiner Meinung anschließen, obwohl sie die Geschichte dahinter nicht kennen und so potentielle Kunden vergraulen oder Bestandskunden zumindest zum Nachforschen über andere Mitbewerberangebote anstoßen.

Ich habe dabei schon vieles gesehen… öffentliche Gutschriftsforderungen weil ein Service für 30min nicht funktionierte, Gutschriften weil ein Paket zu spät angekommen ist, Gutschriften weil die Schuhe die falsche Farbe hatten, Gutschriften weil man auf dem Bestellformular etwas falsches ankreuzte als man eigentlich wollte, Gutschriften dort, Gutschriften da. Und stets damit drohen, das man sonst kündigt, seiner Mama (oder Anwalt) davon erzählt oder alle seine Freunde nicht zu dieser besagten Firma bringt (wobei diese womöglich gar nicht zu der Firma wollen, weil kein Nutzen für diese erkennbar).



Was sollen Firmen also mit solchen „Kunden“ tun?

Nun, wenn man ein Produkt oder eine Dienstleistung hat, die im privaten Bereich (der sogenannten SOHO-Bereich) zu tun hat, dann liegt die Entscheidung bei dir. Soziale Netzwerke sind SOHO. Du entscheidest, ob du dich dieser öffentlichen Diskussion in jedem Fall stellen willst. Und glaube mir, es werden deine schlechten Taten mehr diskutiert als deine guten. Es ist so zusagen als Firma eine SM-Beziehung. Du bekommst stets Schläge, egal wie gut du es machst. Und wenn du es schlecht machst, bekommst du zudem auch noch Tritte. Eine sehr schlechte und einseitige SM-Beziehung.

Ist dein Produkt oder deine Dienstleistung aber für den Firmenbereich (der sogenannte B2B-Bereich), dann hast du in den sozialen Netzwerken nichts verloren. Wen oder was suchst du dort? Potentielle Kunden, also Firmen lesen deine Neuigkeiten nicht, da ihr Marketing für ihre Seite und bestenfalls für ihren Mitbewerb zuständig ist. Und die Geschäftsführer oder Entscheidungsträger werden doch hoffentlich ihre Entscheidung betreffend einer Geschäftsbeziehung mit dir, nicht von irgendwelchen Facebook Beiträgen abhängig machen. Wenn doch, solltest du deren Seriosität in Frage stellen. Also nochmals die Frage… was suchst DU dort wenn du Firmen als Kunden haben möchtest?

Im besten Fall bekommst du ein paar Likes für deine Seite und deine Beiträge, von Usern die vielleicht irgendwie dein Kunde sind oder gerne Kunde wären, es aber z.B. aus finanziellen Gründen nicht sein können. Soweit so gut. Und weiter? Was machst du mit diesen „Likes“? Was machst du mit diesen Usern die bei deinen Beiträgen auf „Gefällt mir“ klicken oder diesen „Teilen“? Es wird nur ein; meiner Meinung nach; unnötiger Informationsfluss losgetreten von dem du am wenigsten hast, da dadurch keine Kaufentscheidung für dein Produkt erfolgt. Blöd oder?

Im schlimmsten Fall bekommst du Feedback zu deinen Beiträgen oder deiner Seite. Schlechtes Feedback zum Beispiel, weil du vor 5 Jahren bei einem Bekannten des Users bzw. dessen Nachbarn irgendwas nicht so gemacht hast, wie der/die es sich eben vorgestellt hat. Jaaaa… da können sich die User noch gut erinnern. Und das Internet ab sofort auch. Denn das vergisst nicht. Und du nun auch nicht, weil du dazu Stellung nehmen musst. Bzw. solltest. Und wenn du das gemacht hast, egal auf welcher Art und Weise, so bleibt dieses Feedback trotzdem online. Quasi wie ein weißes Kreuz, das damals im Mittelalter die Pest auf den Türen kennzeichnete. Und genauso eine Auswirkung hat auch dieses Feedback. Im schlimmsten Fall, bekommst du dadurch nicht einmal mit, wie viele potentielle Kunden durch diese weiterführende (Mund)Propaganda du dadurch verloren hast. Sei es auch nur deshalb, weil der Techniker der einen Firma sich privat im sozialen Netzwerk herumgetrieben hat und bei einem Kaffee dem Entscheidungsträger der potentiellen Firma erzählt was für ein mieses Produkt oder Service du doch hast. Quelle? Egal. Schaden? Enorm.

Ich rate deshalb jeder Firma (!) sich aus sozialen Netzwerken gänzlich zurück zuziehen, wenn sie nur im B2B-bereich tätig sind.
Anderen Firmen kann ich nur empfehlen sich genau zu überlegen, wie man vor allem mit Querulanten umgehen möchte. Öffentlich versteht sich. Geschäftsschädigend ebenfalls.

No Comments

Post a Comment